Feb
13
Genau deswegen sind proprietäre Instant-Messaging-Protokolle hassenswert. Es gab für diese Protokolländerung wohl keinen funktionalen Grund - das Ziel war wieder einmal, User anderer Clients auszusperren. Gleiches tun in regelmäßigen Abständen ebenfalls die Hersteller anderer derartiger Softwaresysteme.
Momentan nutze ich noch die von Jabber-Servern bereitgestellten Gateways zu den Protokollen von ICQ und Microsoft, komme aber immer mehr zu dem Standpunkt, dass dieses ganze proprietäre Zeugs im Instant-Messaging-Bereich gänzlich des Boykotts würdig ist. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand seine Software nicht frei zur Verfügung stellen möchte. Es sollte aber immer das Ziel sein, sich auf technischer Ebene um Integration statt um Abgrenzung zu bemühen. Google bekommst das ganz gut hin. Wenn die Hersteller möchten, dass man ihre Tools benutzt, dann sollen sie welche schaffen, die anstatt durch Überfrachtung mit Werbung, die kein Mensch sehen möchte, mit leichter Bedienbarkeit und sinnvoll angereicherter Funktionalität glänzen. Die Interoperabilität (das tolle Wort der elektronischen Geldmacherei) ermöglichen anstatt es immer nur ihrer Werbung zu benutzen um ahnungslose Manager für dumm zu verkaufen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: man versucht ständig, die Benutzer der Software von Drittanbietern oder freier Software durch kleine Änderungen an den Protokollen auszusperren. Die Konsequenz für mich ist hieraus, dieses ICQ und seine Konsorten nicht länger zu unterstützen und vollständig auf freie Alternativen auszuweichen. An dieser Stelle sei insbesondere Jabber erwähnt. Es handelt sich dabei um ein offenes Protokoll auf XML-Basis, standardisiert durch die IETF. Für Jabber gibt es eine Menge toller Clients, Psi ist an dieser Stelle sehr zu empfehlen (für KDE und Windows). Gnome-Usern sei gaim ans Herz gelegt. Eine detaillierte Übersicht über Jabber-Clients gibt's hier und hier.
Was hat der normale User denn davon, Jabber anstatt ICQ zu verwenden? Die Tatsache, dass Jabber frei ist, der Rest jedoch nicht, ist ihm herzlich egal. Matthias Wimmer hat eine ganz netten Vergleich von Jabber mit anderen Messaging-Systemen auf seiner Homepage. Ich verlinke deshalb lieber dahin als diese Gründe hier im einzelnen noch einmal aufzuführen.
Wem diese Gründe zu wechseln schnurzpiepegal ("Also ich hab noch nie ein Problem mit meinem MSN gehabt") sind (wahrscheinlich alle werten Leser dieses Artikels, die nicht der Vereinigungsmenge der Menge aller Informatiker und der Menge aller Programmierer angehören), dem sei noch folgendes ans Herz gelegt: Das hier lesen. Jaja, keiner hat Lust, sich diesen Text in voller Länge reinzuziehen, deshalb hier der relevante Auszug:
You agree that by posting any material or information anywhere on the ICQ Services and Information you surrender your copyright and any other proprietary right in the posted material or information. You further agree that ICQ Inc. is entitled to use at its own discretion any of the posted material or information in any manner it deems fit, including, but not limited to, publishing the material or distributing it.Welche Folgen diese Klausel für den Inhalt des durch den Chat geflossenen Textes hat, darf sich nun jeder selbst ausmalen.



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