Da kommt man von einer richtig, richtig guten Party (danke, Toffi) nach Hause, ist richtig zufrieden mit sich und der Welt, und dann folgendes:
Es liegt ein Brief vor der Tür, den einer meiner lieben MitbewohnerInnen mir vor die Tür gelegt hat, in dem steht, dass die Kamera nun fertig repariert ist und ich sie bitte binnen zehn Tagen abholen möge. Ok, das sagt noch nicht wirklich viel, deshalb nun zur Vorgeschichte:
Im März bin ich auf die verwegene Idee gekommen, in der Türkei mit meinem Freund Yilmaz zusammen Urlaub zu machen, den wir beide schließlich bitter nötig hatten. Nach einigen Tagen in Istanbul, Ankara und Isparta verbrachten wir eine Weile in Antalya und Umgebung, also genau die Gegend, in der es eben am meisten zu fotografieren gibt. Am ersten Abend dort entschlossen wir uns dazu, einfach ein bisschen durch das Stadtzentrum hindurch ans Meer zu gehen und uns ein wenig auf die Steine am Ufer zu setzen. Der Sonnenuntergang, den wir dabei beobachteten, war einfach der Hammer. Selbst in dem Wissen, diesen Moment und diese Stimmung nicht auf einem Foto einfangen zu können, einen Versuch wert, es trotzdem zu versuchen. Nach zwei Bildern geht mit dem Scheiß-Teil gar nichts mehr und das Display zeigt (bei ausgefahrenem Objektiv) nichts anderes als den informationsreichen Fehlercode "E18" an.
In einem Internetcafé im Herzen Antalyas erfahre ich, dass es sich um einen mechanischen Fehler handelt der früher oder später bei jeder Kamera dieses Typs auftritt. Manchmal nach drei Wochen, manchmal nach drei Jahren. Die Seite des Herstellers schweigt sich leider darüber aus, aber in einschlägigen Foren werde ich fündig. Ich beschließe also, die Kamera zum Händer bringe und dort reparieren lassen werde. In der restlichen Zeit, die ich noch in der Türkei verweilen werde, kann ich natürlich keine Fotos mehr machen. Der Händler versucht mir erst krampfhaft eine neue anzudrehen (obwohl er noch Gewährleistungspflicht hatte und der Fehler ganz klar schon vor Kauf der Kamera "innewohnte"). Hmpf. Da geht man in den Fachhandel und wird dann auch noch verarscht... Zwei Tage später bin ich nochmal hin, wandte mich aber an den Chefe des Ladens - der die Kamera anstandslos entgegennahm und sich nach einer kleinen Unterhaltung für das Verhalten seines Mitarbeiters entschuldigte.
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Andreas LenzTuebingen
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»Das schwächste Glied einer Kette ist ihr stärkstes. An ihm reißt die Kette.«
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